Begleitforschung

Roberta® wurde 2002 vom Fraunhofer IAIS ins Leben gerufen

… und bis 2006 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF gefördert. Attraktivität und Qualität der Roberta®-Kurse wurden national und europaweit durch eine unabhängige Begleitforschung der Universität Bremen evaluiert. Eine solche Evaluation ist unerlässlich für Forschungsprojekte, die nachhaltig wirken und anderen Projekten als Vorbild dienen sollen.

Die Evaluation

...wurde entlang zweier Leitfragen konzipiert:

  • Entsteht, bei Mädchen und jungen Frauen, Interesse an der aktiven Gestaltung von Technologie über Techniknutzung und das dabei vermittelte Verständnis für Technik?
  • Wie müssen Lernumgebungen gestaltet werden, um eine optimale Anpassung von Kurszielen/-inhalten einerseits und Lernvoraussetzungen/Vorverständnis der Jugendlichen andererseits zu erreichen?

Diese beiden Leitfragen wurden sowohl unter Gender-Aspekten als auch unter fachdidaktischen Gesichtspunkten behandelt. Die wesentlichen Ergebnisse der Begleitforschung zeigen:

  • 94% der Teilnehmerinnen hatten sehr viel Spaß an den Kursen
  • 88% würden den Kurs Freundinnen und Freunden weiter empfehlen
  • 74% wünschen sich weiterführende Kurse
  • Bei gendersensitiven Kursen wurden die prozentualen Ergebnisse zu den drei Fragen nochmals übertroffen (98%, 94%, 85%).

Die Kernaussage der wissenschaftlichen Auswertung lautet:

  • Roberta weckt das Interesse an Technik, fördert die Lernbereitschaft, stärkt das Selbstvertrauen und vermittelt Freude am Lernen!

Wissenschaftlicher Abschlussbericht zum Projekt "Roberta - Mädchen erobern Roboter" der Universität Bremen,  Prof. Dr. Heidelinde Schelhowe - Digitale Medien in der Bildung (DiMeB) und Prof. Dr. Horst Schecker - Institut für Didaktik der Naturwissenschaften (IDN), Abt. Physikdidaktik

Robotik zur Förderung von Chancengleichheit

Zitiert aus Heike Wiesner "Handlungsträgerschaft von Robotern: Robotik zur Förderung von Chancengleichheit im schulischen Bildungsbereich": Ein gendersensitiver Didaktikansatz kann diesen Prozess positiv verstärken (und bei einigen auch erst in Gang bringen), indem gewährleistet wird, dass die Schülerinnen und Schüler gleiche Entfaltungs- und Gestaltungsmöglichkeiten erhalten.

Dazu zählen:

  • Dynamische Gruppenbildungsprozesse unterstützen
  • Freies Arbeiten fördern
  • Projektarbeit fördern (mittellange und lange Kurse)
  • Hilfestellungen und Aufmerksamkeit geschlechterbewusst reflektieren
  • insbesondere Schülerinnen dazu motivieren, Dinge auszuprobieren und weniger nach Anweisung vorzugehen
  • Teamarbeit insgesamt stärken
  • „gendered material“ de/konstruieren

Die Rolle der Lehrerinnen und Lehrer sollte dabei gerade mehr eine begleitende als eine vorschreibende sein. Lehrende müssen sich darauf einlassen, dass sie beim Umgang mit Technik nicht immer einen Wissensvorsprung gegenüber den Kindern haben. Dies setzt voraus, dass sie zusammen mit den Kindern Lernprozesse aktiv erleben, geschlechtskonnotierte Vorurteile reflektieren und die Freude am Erfolg „des Anderen“ ohne Autoritätsverlust „aushalten“, wenn nicht gar teilen können. Denn technologische Neugier gilt es nicht nur bei den Kindern zu wecken.

Roberta trifft Robert

"Entsteht ein Robert oder eine Roberta oder spielt das Geschlecht keine Rolle? Was lässt sich beobachten? Sind Burschen auf Grund der bestehenden Rollenklischees in technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereichen wirklich gesellschaftlich bevorzugt? Stimmt es, dass Mädchen auf Grund ihres sozialen Geschlechts benachteiligt sind und sich der männlichen Dominanz unterordnen, wenn sie während des Projekts gemeinsam an Robert/Roberta bauen? Was lässt sich feststellen?" (Zitiert aus: Fonds für Unterrichts- und Schulentwicklung (IMST-Fonds) „Unterrichtsanalyse“:)

Eine Zusammenfassung der Unterrichtsanalyse von Mag.a Maria Berghammer und Doris Pichler finden Sie hier.

MoMoTech-Studie

In der MoMoTech-Studie 2010 wurden die Roberta-Kurse erneut durch eine unabhängige Befragung evaluiert. Die MoMoTech-Studie umfasst rund 1000 Modellprojekte, die darauf ausgelegt sind, Defizite bei der Technikförderung in Kindergärten und an Schulen auszugleichen. Dies geschieht durch die Nachbildung eines Technikunterrichts oder durch ergänzende Lern- und Bildungsangebote. So notwendig solche Versuche auch sind: empirisch können sie wenig ausrichten, solange Technikbildung an den allgemeinbildenden Schulen nicht adäquat vermittelt wird.

Auszug der MoMoTech-Ergebnisse zu Roberta: Roberta ist ein Projekt, das eher jüngere Jugendliche und Kinder anspricht. Es bewirkt einen hohen affektuellen Effekt und fördert somit über einen erfolgreichen Umgang mit einer komplexen Technik (Robotik) das technische Selbstbild. Aufgrund des Fehlens negativer Effekte erscheint Roberta als ein Modellprojekt mit hohem Ausstrahlungswert, bedingt durch die hohe Professionalität in der Vorbereitung. Ausblick: Die Übertragung von Roberta hinsichtlich der Projektpraxis und der guten professionellen Vorbereitung auf andere Altersgruppen wäre zu prüfen. (Zitiert aus "acatech BERICHTET UND EMPFIEHLT – Nr. 5":) Die gesamte Studie als kostenlosen Download finden Sie hier.

Begleitstudie des »eEducation Berlin Masterplans«

In einer wissenschaftlichen Evaluierung des Bildungsförderungsprogramms »eEducation Berlin Masterplan« durch die Technische Universität Berlin hat die Roberta-Initiative mit Bestnoten abgeschnitten. Laut Aussagen der Befragten bereichert »Roberta« den Schulunterricht durch den Einsatz digitaler Medien, ist bei Schülerinnen und Schülern sehr beliebt und engt dabei die Gestaltung des individuellen Unterrichtsschwerpunkts nicht ein. Die Befragten wünschen sich eine Fortsetzung des Projekts wegen seines medienpädagogischen Nutzens. In Anbetracht der positiven Ergebnisse hebt der Autor der Studie die Rolle der Roberta-Initiative als »Masterplan-Leitprojekt« und »Masterplan-Medienprojekt« hervor.

Ziel der Untersuchung war es festzustellen, ob es mit Hilfe des »eEducation Berlin Masterplans « gelungen ist, die informationstechnische Bildung an Berliner Schulen zu befördern und die Entwicklung von Medienkompetenz bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften zu unterstützen. Die gesamte Studie zum Download finden Sie hier.