Roberta meets Android

Roberta meets Android

»Gibt´s dafür auch eine App?« – Diese Frage lässt sich für »Roberta« von nun an mit »Ja!« beantworten. Gefördert von Google.org hat das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS jetzt seine Initiative »Roberta – Lernen mit Robotern« erweitert. Schülerinnen und Schüler programmieren in gendergerechten Kursen zukünftig eigene mobile Apps, die ihren selbst gebauten Robotern Leben einhauchen.

Google.org unterstützt Fraunhofer-Bildungsinitiative beim Sprung aufs Smartphone

E-Mails checken auf dem Schulweg, Computerspielen in der U-Bahn und jederzeit mobil erreichbar... Längst haben Smartphones den Alltag von Mädchen und Jungen in Deutschland erobert. Dabei sind sie keine reinen Spaßgeräte, sondern ein wichtiges Hilfsmittel für die Nutzung mobiler Technik im Alltag. Als solches bestimmen sie weitreichend die Wahrnehmung und Kommunikation der heutigen Jugend. Die Initiative »Roberta – Lernen mit Robotern« greift diese Entwicklung auf und bietet Schülerinnen und Schülern jetzt die Möglichkeit, eigene Smartphone-Apps zu programmieren, um damit Roboter zu steuern, die auf dem LEGO®-Mindstorms-System basieren. »Wir holen dadurch nicht nur die Jugendlichen unmittelbar in ihrem Alltag ab, sondern stellen gleichzeitig einen Bezug her zwischen der virtuellen Welt der Smartphones und ihrem praktischen Nutzen«, sagt Beate Jost, Projektleiterin von »Roberta meets Android« am Fraunhofer IAIS. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit dem »App Inventor« des Massachusetts Institute of Technology (MIT), einem Baukasten zur Entwicklung von Apps für das mobile Betriebssystem Android. Über eine grafische Oberfläche lassen sich damit Anwendungen ganz einfach per Drag and Drop zusammenstellen. Der Programmiervorgang bleibt dadurch transparent und es sind keine professionellen Programmierkenntnisse erforderlich. Via Bluetooth kommuniziert die fertige App mit der Steuereinheit der Roboter und lässt sie tanzen, interagieren oder Aufgaben erledigen.

In ersten Kursen konnte sich das neue Konzept bei Schülerinnen und Schülern bereits bewähren. Nun hat das Fraunhofer-Team auch eine Schulung für Lehrkräfte und Roberta-Coaches durchgeführt, die mit Begeisterung aufgenommen wurde. »Die Programmierung mit dem App Inventor ist erstaunlich einfach. Ich bin mir sicher, die Kinder wird das begeistern«, sagt Roberta-Teacher Sergej Stoetzer. Neben den Kursen und Schulungen entwickeln die Fraunhofer-Wissenschaftler neue Lehr- und Lernmaterialien für die App-Programmierung im Roberta-Kontext.

Die Erweiterung des Roberta-Konzepts wurde von Google.org im Rahmen der Aktion »Google gives Back« finanziell unterstützt, um Jugendliche nun auch für die Program-mierung mobiler Anwendungen zu begeistern. Denn oft fällt es insbesondere Mädchen immer noch schwer, ihre mathematisch-technischen Talente zu entfalten. Die Roberta-Initiative setzt daher bereits im Schulalter an und hält ihnen mit ihrem gendergerechten Konzept die Türen offen für eine spätere technische oder naturwissenschaftliche Karriere.

Roberta-Android Schulungen werden ab dem kommenden Jahr am Fraunhofer IAIS angeboten. Die Veröffentlichung der Schulung erfolgt über das Roberta-Portal.