eEducation: Fraunhofer IAIS, Calliope und Google unterstützen neues Leitprojekt für Berliner Schulen

© Foto Stefan Hoederath / Google

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hat heute mit ihrem Projektpartner Fraunhofer IAIS sowie den Unterstützern Google und Calliope ein neues Leitprojekt im Rahmen des eEducation Berlin Masterplans vorgestellt. Gemeinsames Ziel: mehr Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern sowie grundlegende Kenntnisse in Informatik und Programmieren zu vermitteln. Im Rahmen der Initiative stellt das Start-Up Calliope den Berliner Schulen mit einer Förderung von Google 2 500 Mini-Computer zur Verfügung. Das Fraunhofer IAIS bildet dazu rund 100 Lehrkräfte aus und richtet bis zu fünf »Coding Hubs« ein, wo Kinder und Jugendliche auch außerschulisch programmieren können.

Schülerinnen Dardana (l.) und Vivien (r.) zeigen Dr. Wieland Holfelder, Bildungssenatorin Sandra Scheeres, Prof. Dr. Stefan Wrobel und Prof. Dr. Gesche Joost das Programmieren mit Open Roberta.

An der Alt-Lankwitzer Grundschule in Berlin stellt Bildungssenatorin Sandra Scheeres (Foto: Mitte) gemeinsam mit dem Fraunhofer IAIS, Google und der Calliope GmbH das eEducation-Leitprojekt vor.

Im Zentrum des Projekts steht der Mini-Computer »Calliope mini«, den Kinder über die Programmierplattform »Open Roberta« einfach mit der »drag and drop«-Programmiersprache »NEPO« zum Leben erwecken können. Interessierte Lehrkräfte können sich ab sofort für eine entsprechende Fortbildung bewerben. Diese wird kostenfrei angeboten. Die zertifizierten »Roberta-Teacher« erhalten zudem einen Klassensatz (à 25 Stück) des »Calliope mini« zum Einsatz an ihren Schulen. Insgesamt sollen mit 2 500 Mini-Computern rund 10 000 Berliner Schülerinnen und Schüler erreicht werden.

Für die fünf »Coding Hubs« werden bestehende Lernorte wie Bibliotheken, Museen oder Medienkompetenzzentren mit je einem Klassensatz des »Calliope mini« sowie Laptops und Robotik-Baukästen (»Roberta-Box«) ausgestattet. Mit einer Fortbildung und der Bereitstellung von Lernmaterialien wird zudem ein dauerhaftes Workshopangebot in den fünf Häusern ermöglicht. Insgesamt sollen so in den kommenden Jahren 5 000 weitere Schülerinnen und Schüler an kostenlosen Workshops teilnehmen können.

Die Roberta-Initiative des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS hat bereits im Jahr 2014 in Kooperation mit Google das »Open Roberta Lab« ins Leben gerufen. Nachdem die Programmierplattform bislang vorrangig an weiterführenden Schulen eingesetzt wurde, bringt der eEducation Berlin Masterplan das »Lab« jetzt auch an die Grundschulen. Schülerinnen und Schüler lernen dabei, eigene NEPO-Programme für den »Calliope mini« zu erstellen.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres:
»Programmieren können auch schon Grundschulkinder. Die webbasierte Programmiersprache NEPO schafft eine spielerische und fehlertolerante Herangehensweise für erste eigene Programme. Der kleine Mini-Computer ist ein faszinierendes Werkzeug, der sich in unterschiedliche Unterrichtsfächer integrieren lässt. Kindern eröffnen sich erste Einblicke in die digitale Welt und lernen diese mitzugestalten.«

Prof. Dr. Stefan Wrobel, Leiter des Fraunhofer-Instituts IAIS:
»Digitale Medien begleiten Kinder und Jugendliche heute im Alltag. Doch für die Arbeitswelt reicht die alleinige Benutzung von Smartphones, Tablets und Apps nicht aus – digitale Kompetenzen und Kreativität sind gefragt. Hier in Berlin geht das Fraunhofer IAIS mit Open Roberta einen entscheidenden Schritt weiter in die digitale Zukunft. Zusammen mit Google und Calliope fördern wir den Nachwuchs jetzt bereits im Grundschulalter. Indem sie sich kreativ mit innovativer Soft- und Hardware beschäftigen, werden kleine Nutzer zu Gestaltern unserer digitalen Welt.«

Dr. Wieland Holfelder, Engineering Director & Site Lead Google Germany GmbH:
»Um die digitale Welt zu begreifen und zu gestalten, muss man verstehen, wie Code und Software funktionieren. Ich freue mich, dass wir durch diese Zusammenarbeit in Berlin noch mehr Schülerinnen und Schüler für Programmieren und Robotik begeistern. Mit der Ausbildung von Lehrkräften tragen wir dazu bei, dass Digitalisierung langsam auch in den Schulen den Stellenwert bekommt, den sie in unserer Lebenswirklichkeit längst einnimmt.«

Prof. Dr. Gesche Joost, Gesellschafterin Calliope gGmbH, Internetbotschafterin der Bundesregierung:
»Mit dem Calliope mini wollen wir einen Startschuss für die digitale Bildung in Deutschland geben – damit alle Kinder schon ab der Grundschule kreativ und spielerisch lernen, wie die digitale Welt funktioniert.«

Zur Bewerbung für die kostenfreien Schulungen:

Für die Bewerbung um einen der Schulungsplätze können Lehrkräfte eine E-Mail an roberta-zentrale@iais.fraunhofer.de schicken, die folgende Basisinformationen enthält:

  • Ihren Namen und Ihre Anschrift
  • Ihre E-Mail-Adresse
  • Name und Anschrift Ihrer Schule
  • Wo und wie möchten Sie Roberta und Calliope einsetzen?
  • Was interessiert Sie an Roberta?
  • Haben Sie bereits Erfahrungen im MINT-Bereich?
  • Haben Sie weitere besondere Erfahrungen, Ideen oder Interessen?

© Foto Stefan Hoederath / Google